Sexualisierte Gewalt ist nicht nur für die Betroffenen belastend. Auch Bezugspersonen geraten häufig an ihre emotionalen Grenzen und fragen sich, wie sie helfen und unterstützen können.
Für Freund*innen, Eltern, Geschwister, (Ehe-) Partner*innen, Kolleg*innen und alle anderen, die betroffenen Frauen und Mädchen als Bezugsperson unterstützen, bieten wir entlastende Gespräche. In Beratungsgesprächen geben wir Ihnen Handlungsempfehlungen und Informationen zum Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt.
Sie entscheiden dabei selbst, was und wieviel Sie thematisieren wollen.
Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben oder erleben, reagieren sehr unterschiedlich:
- Manche scheinen ruhig und gelassen.
- Andere sind unruhig und können nicht schlafen.
- Einige wirken wie erstarrt.
- Die einen sprechen offen über das Erlebte.
- Die anderen können oder wollen nicht darüber sprechen.
Viele Betroffene sind durch das Erlebte traumatisiert.
Darum ist es wichtig, dass die betroffenen Personen die richtige Unterstützung bekommen.
Bitte unternehmen Sie nichts, was die Frau/das Mädchen nicht möchte!
Sexualisierte Gewalt kann zum Beispiel sein:
- sexueller Missbrauch
- sexuelle Belästigung
- Vergewaltigung
So können Sie unterstützen, als Angehörige*, als Fachkraft, als Bezugsperson:
Stellen Sie sich auf die Seite der betroffenen Frau*/ des betroffenen Mädchens.
Glauben Sie ihr.
Machen Sie deutlich: Die Verantwortung für die Tat liegt beim Täter.
Respektieren Sie ihre Entscheidungen und ihre Grenzen.
Bewahren Sie Ruhe.
Sagen Sie der betroffenen Frau, dass Sie für sie da sind.
Zeigen Sie, dass Sie zuhören möchten.
Akzeptieren Sie, wenn die Person nicht (mit Ihnen) sprechen will.
Fragen Sie, welche Hilfe die betroffene Person braucht. Zum Beispiel: Informationen, Adressen von Beratungsstellen, Begleitung zu einer Untersuchung, …)
Sagen Sie der Frau oder dem Mädchen, dass es Beratungsstellen gibt, die helfen können.
Bieten Sie Ihre Begleitung an.
Achten Sie aber auch auf Ihre eigenen Grenzen!
Es ist nicht leicht, diese Hilfe zu leisten. Holen Sie sich selbst fachliche Unterstützung.
Wir beraten Sie gerne vertraulich, anonym und kostenlos!
Diese Reaktionen helfen nicht:
- zweifeln, ob sie die Wahrheit sagt (z.B. „Das hat er nicht so gemeint.“)
- Schuldzuweisungen (z.B. „Du hättest nicht mit gehen sollen.“)
- nicht ernst nehmen (z.B. „Vergiss das einfach schnell.“)
- eigene Gefühle bei der Betroffenen „abladen“ (z.B. Wut, Hilflosigkeit, Trauer, Rachegefühle, Angst…)
- Dinge „über ihren Kopf hinweg“ unternehmen (z.B. zur Polizei gehen, mit dem Täter sprechen…)

